Was kann ein Palettierroboter?

Vielleicht kommt Ihnen dieses Szenario bekannt vor: Ein Mitarbeiter klagt über Rückenschmerzen. Bisher war er am Ende der Fertigungslinie oder im Lager für das Palettieren zuständig. Kurz darauf fällt er krankheitsbedingt aus. Im schlimmsten Fall orientiert er sich beruflich um, weil die körperliche Belastung auf Dauer zu hoch ist.

Die Frage ist: Wie schützen Sie Ihre Mitarbeiter vor gesundheitlichen Schäden durch schweres Heben? Und fast noch wichtiger: Wie gewinnen und halten Sie qualifizierte Fachkräfte in Zeiten des Personalmangels?

Gerade bei monotonen Aufgaben und unergonomischen Bewegungsabläufen sind kollaborierende Roboter (Cobots) von Universal Robots die ideale Lösung.

Aber was genau kann ein moderner Palettiercobot?

Unternehmen setzen auf Automatisierung, um produktiver zu werden und Engpässe zu vermeiden. Cobots übernehmen dabei vielfältige Aufgaben – vom Bestücken von Maschinen bis zur Montage. Doch beim Palettieren spielen neben der Wirtschaftlichkeit vor allem der Arbeitsschutz und die Konstanz eine Rolle.

Cobots stapeln nicht nur zuverlässig und rund um die Uhr, sie entlasten Ihre Mitarbeiter massiv. Während ältere Modelle oft auf leichtere Lasten beschränkt waren, bieten moderne Cobots beeindruckende Leistungsdaten:

  • Hohe Traglast: Neue Modelle wie der UR20 oder UR30 heben Lasten bis zu 20 kg bzw. 30 kg. Damit bewältigen sie auch schwere Gebinde mühelos.

  • Reichweite: Mit Reichweiten von bis zu 1.750 mm erreichen sie auch ohne Zusatzachsen beachtliche Stapelhöhen.

  • Flexibilität: Ein Cobot ist nicht auf eine Kartongrösse festgelegt. Einmal eingelernt, greift er unterschiedliche Produkte und stapelt sie präzise nach dem gewünschten Muster.

Der grösste Vorteil im Vergleich zu klassischen Industrierobotern: Cobots benötigen meist keine Schutzzäune (abhängig von der Risikobeurteilung). Sie arbeiten platzsparend direkt neben Ihren Mitarbeitern. Das senkt die Integrationskosten und hält die Wege für den Abtransport der Paletten frei.

Wie funktioniert die Automatisierung des Palettierens?

Eine Palettierlösung besteht im Wesentlichen aus drei bis vier Bausteinen, die perfekt aufeinander abgestimmt sein müssen:

  1. Der Roboterarm: Das Herzstück (z. B. UR10e, UR20).

  2. Die Greiftechnik: Vakuumsauger oder mechanische Greifer, passend zum Produkt.

  3. Die Basis: Entweder ein fester Sockel oder eine vertikale Linearachse (Hubsäule).

  4. Die Software: Für die einfache Erstellung der Stapelmuster.

Bei der Planung einer solchen Anlage sind vor allem die Stellfläche, die Sicherheitsanforderungen und das gewünschte Stapelmuster entscheidend.

Ein typisches Szenario: Sie möchten den Durchsatz Ihrer Produktion erhöhen, aber das manuelle Palettieren ist der Flaschenhals. Ein Cobot wird zwischen zwei Palettenplätzen installiert. Er stapelt kontinuierlich Produkte auf Palette A. Ist diese voll, wechselt er nahtlos zu Palette B, während ein Mitarbeiter gefahrlos die volle Palette A gegen eine leere austauscht. Der Prozess stoppt nie.

Welchen konkreten Nutzen bringt das?

Der Einsatz von Cobots rechnet sich oft schneller als gedacht – nicht nur finanziell, sondern auch durch zufriedene Mitarbeiter.

  • Druckereibranche: Papier ist schwer. In Druckereien müssen Mitarbeiter oft tonnenweise Material bewegen. Ein Cobot übernimmt diese Last, reduziert das Risiko von Rückenleiden drastisch und sorgt dafür, dass die Maschinen auch in Pausenzeiten weiterlaufen können.

  • Elektronikindustrie: Ein Beispiel ist die Firma Gustav Hensel. Früher waren Fachkräfte an die Palettierung gebunden. Heute stapelt dort ein UR10 rund 2,5 Tonnen Paketmasse pro 8-Stunden-Schicht. Das Ergebnis: Ein optimierter Prozess und Mitarbeiter, die für wertschöpfendere Tätigkeiten frei werden.

Gibt es eine einfache Komplettlösung?

Ja. Sie müssen das Rad nicht neu erfinden. Robotiq bietet mit seinen Palettierlösungen vorkonfigurierte Systeme an, die Hardware und Software vereinen. Je nach Anforderung gibt es mittlerweile zwei spezialisierte Serien:

1. Die Robotiq AX-Serie (Für maximale Höhe und Last)

Diese Lösung verfügt über eine integrierte vertikale Linearachse. Der Roboter fährt an einer Säule hoch und runter.

  • Ideal für: Hohe Paletten (bis zu 2.750 mm) und schwere Lasten.

  • Leistung: Mit dem Modell AX30 können bis zu 35 kg bewegt werden. Perfekt, wenn Sie die Ladehöhe von LKWs voll ausnutzen müssen.

2. Die Robotiq PE-Serie (Kompakt und Effizient)

Die PE-Serie verzichtet auf die Hubachse und setzt auf einen festen, platzsparenden Sockel.

  • Ideal für: Standardanwendungen bei begrenztem Raum.

  • Leistung: In Kombination mit dem starken UR20 sind dennoch Stapelhöhen bis zu 2.150 mm möglich. Diese Lösung ist besonders wartungsarm und einfach zu integrieren.

Das Beste daran: Beide Serien nutzen dieselbe intuitive Software. Sie geben lediglich Kartongrösse, Gewicht und Orientierung ein, wählen die Palettengrösse und das Layout – den Rest der Bewegungsbahn berechnet der Cobot automatisch.

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